PASCH

Fortbildung 2016: Seminar "Lernen ohne Grenzen"

Camila Guette

Am Seminar Lernen ohne Grenzen, welches vom 12. bis 24. Juli in Linz und Passau stattgefunden hat, haben 25 Lehrende aus 17 verschiedenen Ländern teilgenommen, was einen bereichernden interkulturellen Austausch ermöglichte. Nach einer schönen Stadtführung durch die Passauer Altstadt und einem Orgelkonzert haben wir uns mit dem Thema Plurizentrik und österreichiches Deutsch beschäftigt und dabei viel über die österreichische Varietät der deutschen Sprache gelernt. Nicht im Klassenraum, sondern auf der Straße, als wir uns mit Einheimischen unterhalten haben, haben wir entdeckt, dass ein Wiener Würstchen in Deutschland ein Frankfurter in Österreich ist. Woher stammt eigentlich dieses Würstchen? Das müssen wir noch herausfinden. Was wir aber wissen, ist, dass beide genauso gut schmecken. Auch wenn wir immer „eine Cola“ bestellt haben, haben wir immer „ein Cola“ bekommen, „eine Semmel“ anstatt „ein Brötchen“ und „einen Paradeiser“ anstatt „eine Tomate“. Aber es ging nicht nur um landeskundliche Themen über Süddeutschland und Österreich. Am vierten Tag haben wir einen Workshop über die neurobiologischen Grundlagen des Lernens und die interhemisphärischen Übungsformen besucht. Dieser Workshop wurde von Frau Dr. Marion Grein der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz geleitet. Da haben wir gelernt, wie wir das Gehirn unserer Schüler ausnutzen und das limbische System ansprechen können, damit das Lernen erfolgreich ist. Darum sollen die Lehrenden auch wissen, was für Lernstil-Typen sie im Unterricht haben.

Wir haben uns auch mit dem österreichischen Kino beschäftigt, da viele Deutschlehrer sich die Frage stellen, wie man mit Filmen im Daf-Unterricht genau arbeiten sollte, um die Fertigkeit des Hör-Seh-Verstehens bei den Lernenden zu fördern. Ein wichtiger Hinweis der uns gegeben wurde, war, authentische Filme im Unterricht zu zeigen, damit die Schüler sich direkt mit der Fremdkultur vertraut machen. Inge Schwerdtfeger (1989) behauptet diesbezüglich, dass, wenn im Fremdsprachenunterricht Lust am Sprechen entstehen soll, im Unterricht auch etwas an Menschen zu sehen und zu beobachten sein muss.

Uns wurden verschiedene Methoden beigebracht, mit denen die Motivation der Schüler gesteigert werden kann und zwar nicht nur mit Filmen, Musik und Spielen, sondern auch mit Literatur, um die schriftliche Produktion durch die Kreativität zu verbessern: dichten, nachdichten, beschreiben, erzählen, erfinden, usw. Denn das kreative Schreiben kann den Unterricht sinnvoll ergänzen: Im Bereich der Grammatik, der Landeskunde, der Sprachbeherrschung und kann es beim Abbau von Schreibunlust und Schreibblockaden helfen.

Das Seminar Lernen ohne Grenzen, das unter der Leitung von Lukas Mayrhofer und Valerie Bauernfeind stattgefunden hat, war eine Fortbildung, die nicht nur Informationen in Bezug auf Neurodidaktik, Methodenvielfalt und Landeskunde zur Verfügung gestellt hat. Wir Lehrenden hatten auch die Möglichkeit, eine Kochmütze zu tragen und zusammen einen Apfelstrudel zu backen. Unsere Aufgabe ist jetzt, anderen Menschen mitzuteilen, wie Österreich spricht, tanzt und schmeckt.

Colegio Monseñor Bosset, Mérida – Venezuela

bosset2009 wurde die Privatschule Fundación Colegio Monseñor Bosset in der Andenstadt Mérida offiziell Venezuelas 2. PASCH-Schule. Die auf 1650 m gelegene Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates beherbergt die zweitgrößte öffentliche Universität des Landes, die Universidad de Los Andes, an der seit 20 Jahren ein Lehrstuhl für Deutsch als Fremdsprache und seit 2008 ein Lektorat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes existiert. Es gab aber bis 2009 trotz der deutschen Einwanderung keine einzige Schule, die Deutsch als Fremdsprache anbot.

Die Schule ist relativ „jung“, sie wurde am 11. April 1995 von einer kleinen Gruppe von Eltern gegründet und umfasst heute alle 11 obligatorischen Schuljahre plus Vorschule und Kindergarten.

Das Colegio Monseñor Bosset ist eine Ganztagsschule mit einer zweistündigen Mittagspause, die einem gemeinsamen Mittagessen im Elternhaus, bzw. mit den Eltern dienen soll. Außer den Schulfächern Wissenschaftlicher Ausrichtung wird großer Wert auf den künstlerischen und musischen Bereich gelegt. Die Schüler werden individuell betreut und gefördert. Respekt vor den anderen und Verantwortungsbewusstsein sind Werte, mit denen die Kinder von Anfang an vertraut gemacht werden. Die Elternschaft wird ständig in den schulischen Alltag mit einbezogen. Sie waren es, die sich besonders freuten, dass ihre Kinder in der Schule nun auch Deutsch lernen konnten.

Die Schule ist katholisch geprägt und an die Erzdiözese  Mérida angebunden. Diese hat der Schule bei ihrer Gründung das Grundstück im Stadtteil Campo Claro zur Verfügung gestellt.

Seit ihrer Gründung ist die Schule im Wachsen, 2010 wurden fünf neue Räume angebaut, die den Deutsch-Schülern zur Verfügung stehen. Das Schulgebäude ist modern ausgestattet, verfügt über Computerraum, Physik-, Chemie- und Biologielabor sowie Bibliothek, Kantine, Fußballplatz, und gedeckte Mehrzweckhallen.

Im Schuljahr 2010/2011 besuchen 433 Schüler die Bosset-Schule. Es wird streng darauf geachtet, dass die Klassengröße bei 25 höchstens 26 Schülern pro Klasse bleibt. Diese schulpolitische Entscheidung beeinflusst die gesamte Schülerzahl. Für Eltern mit geringem Einkommen sieht die Schule Ermäßigungen beim Schulgeld vor.

Der Deutschunterricht begann im Mai 2010 mit einem Pilotkurs von 15 Sekundarschülern, die den Unterricht im Schuljahr 2010/2011 fortsetzen. Im Februar 2011 begann der Unterricht für die Grundschüler der 4., 5. und 6 Klasse. Der Schule ist es gelungen, den Deutschunterricht im Schulpensum zu verankern, was einen großen Vorteil bedeutet. Erstes Ziel ist nun, diese Schüler auf ihre erste Deutschprüfung vorzubereiten. Die Begeisterung ist groß und 2012 werden die ersten drei Stipendien an die besten Schüler vergeben.

Unidad Educativa Colegio La Esperanza, Valencia – Venezuela

la_esperanzaAm 12. November 2008 unterzeichneten der Kulturreferent der Deutschen Botschaft in Caracas, der Leiter des Goethe-Instituts Venezuela und die Direktorin der Partnerschule Colegio La Esperanza in Valencia feierlich die erste Vereinbarung der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ in Venezuela.


Die Schule Colegio La Esperanza wurde 1952 von deutschen Immigranten in Valencia (Region Carabobo) gegründet. Derzeit werden vom Kindergarten bis zum Abitur 500 SchülerInnen an der Schule unterrichtet, wöchentlich finden 4 Stunden Deutschunterricht und 4 Stunden Englischunterricht in allen Stufen statt. An der Schule unterrichten vorwiegend muttersprachliche Lehrer Deutsch, eine Gruppe von besonders motivierten SchülerInnen wird jährlich erfolgreich auf das Deutsche Sprachdiplom vorbereitet. Seit einigen Jahren besteht eine Schulpartnerschaft mit der Marienschule in der deutschen Stadt Krefeld. Jedes Jahr reist eine Gruppe von SchülerInnen aus Valencia zum Schüleraustausch nach Krefeld. Erstmals werden SchülerInnen der Schule im Februar 2009 auch an PASCH-Jugendsprachkursen in Freiburg im Breisgau teilnehmen.


Im Jahr 2008 konnte aus den Projektmitteln der Initiative PASCH ein Multimediaraum und Selbstlernzentrum für Deutsch an der Schule Colegio La Esperanza eingerichtet werden. Die Bibliothek sowie der Lehrerhandapparat wurden mit einer Reihe von neuesten Lehrmitteln und Lektüren für Deutsch als Fremdsprache im Kindergarten sowie in der Primar- und Sekundarstufe ausgestattet.

Am 12. November 2008 unterzeichneten der Kulturreferent der Deutschen Botschaft in Caracas, der Leiter des Goethe-Instituts Venezuela und die Direktorin der Partnerschule Colegio La Esperanza in Valencia feierlich die erste Vereinbarung der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ in Venezuela.
Die Schule Colegio La Esperanza wurde 1952 von deutschen Immigranten in Valencia (Region Carabobo) gegründet. Derzeit werden vom Kindergarten bis zum Abitur 500 SchülerInnen an der Schule unterrichtet, wöchentlich finden 4 Stunden Deutschunterricht und 4 Stunden Englischunterricht in allen Stufen statt. An der Schule unterrichten vorwiegend muttersprachliche Lehrer Deutsch, eine Gruppe von besonders motivierten SchülerInnen wird jährlich erfolgreich auf das Deutsche Sprachdiplom vorbereitet. Seit einigen Jahren besteht eine Schulpartnerschaft mit der Marienschule in der deutschen Stadt Krefeld. Jedes Jahr reist eine Gruppe von SchülerInnen aus Valencia zum Schüleraustausch nach Krefeld. Erstmals werden SchülerInnen der Schule im Februar 2009 auch an PASCH-Jugendsprachkursen in Freiburg im Breisgau teilnehmen.
Im Jahr 2008 konnte aus den Projektmitteln der Initiative PASCH ein Multimediaraum und Selbstlernzentrum für Deutsch an der Schule Colegio La Esperanza eingerichtet werden. Die Bibliothek sowie der Lehrerhandapparat wurden mit einer Reihe von neuesten Lehrmitteln und Lektüren für Deutsch als Fremdsprache im Kindergarten sowie in der Primar- und Sekundarstufe ausgestattet.